Mittlerweile wächst verbreitet die Befürchtung, daß das gegebene Ordnungsgefüge ins Verderben führt.

Die meisten Staatsbürger haben den Glauben an die Gedeihlichkeit des politischen Systems verloren.

Viele Staatsbürger gehen nicht mehr zur Wahl. Und diejemigen, die ihr Votum abgeben, wählen das geringere Übel.
Umfragen belegen:
Von zehn Erwachsen wissen acht, daß die Personen und Parteien, die sich ihnen zur Wahl stellen, nicht halten (können), was sie versprechen. Nur zwei von zehn Erwachsenen setzen noch Vertrauen in eine politische Partei. Und diese zwei werden regelmäßig enttäuscht.

Immer mehr Zeitgenossen laufen in die Arme von Populisten.
Auch Extremisten finden reichlich Anhänger, seien sie ideologisch oder religiös ausgerichtet.

Terroranschläge indoktrinierter oder frustrierter junger Menschen häufen sich.

Freitags gehen Schulkinder auf die Straße, fordern die nötigen Maßnahmen zur Bewahrung der Biosphäre ein.

In der Tat grenzt, was heute auf der Erde ökologisch und politisch vonstatten geht, an Wahnsinn.

Das Bewußtsein, daß rasche Ab- und Umkehr nötig ist, breitet sich zusehens aus.

Die Menschheit ist reif für eine Idee.

Sie verlangt nach einer Vorstellung, die verspricht, sie aus der Bedrängnis zu bringen.
Ihr Fehlen wir lauthals beklagt.

Dabei gibt es sie, im Grunde seit Solons Zeiten.
Sie wurde stets auch ergriffen, sobald sich die Gelegenheit bot (Island, Schweiz).
Jetzt nehmen sie sich gated communities, das spanische Marinaleda, nahöstliche Gemeinden der Kurden, Jesiden, Assyrer, ein Slum im indischen Mumbai heraus.

Friedrich Dürrenmatt:
"Will die Menschheit überleben, muß sie sich verschweizern".
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