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Der Rückblick wäre ein Ausblick (gewesen?).


Die gute alte Zeit war nicht immer gut. Dennoch gibt es Lehren aus der Geschichte, die gerade heute gezogen werden sollten.

Staatsbürger, die ehrbares Verhalten nur mehr aus der Literatur kennen, wollen einen Präsidenten, der, im Gegensatz zu ihnen, Treu und Redlichkeit übt. Ein Anliegen, dem die Grundlage fehlt, wo selbst Adel nicht mehr verpflichtet.
Von Politik und Wirtschaft erwartet der Staatsbürger, das zu erbringen, was er zum Leben braucht, eine gute Ausbildung, einen sicheren Arbeitsplatz, Ruhe, Frieden Gerechtigkeit, auch, daß der Strom aus der Steckdose kommt, fliegen kann, wer fliegen will, Autofahren möglich und billig ist. Der Staat soll es richten. Bei der Wahl zwischen Betreuung von oben und Selbständigkeit hat sich die Mehrheit der Menschheit (der Alternative entfremdet und entwöhnt) für die Betreuung entschieden.
Das Betreuungsverlangen seiner Bürger indessen macht die Staaten zu selbstsüchtigen Gebilden. Ihre Regierungen müssen das Wohl ihrer Wähler über alles stellen. Das macht sie unfähig, Frieden zu halten und Mäßigung zu üben. Seitdem jedoch der Menschen immer mehr werden und die Ressourcen zur Neige gehen, seit außerdem jeder sieht, daß hier gepraßt und dort gedarbt wird, seitdem zugleich die Fähigkeit zum overkill lauernd in den Silos liegt, ist diese Eigenschaft der Staaten absolut tödlich.
Dabei sind die Betreuer nicht bösartig (zumindest nicht die in den echten Demokratien).Sie sind auch keineswegs faul. Obama, Merkel und Co. tun alles, sie lügen, betrügen, töten, wenn es sein muß. Doch die Staatseigenschaften versagen ihnen, die Probleme zu lösen. Statt dessen vermehren und verschärfen sich die bedrohlichen Entwicklungen unter ihren Händen.
Palmström schloß einst messerscharf, daß nicht sein kann, was nicht sein darf. Doch wer den Fakten die Reverenz nicht versagt, kommt zu einer weniger tröstlichen Erkenntnis. Nur ein Wunder kann das höhere Leben auf der Erde noch retten. Doch Wunder geschehen nicht. Sie wollen vollbracht werden.
Wem das bewußt ist und wen die Selbstaufgabe, deren sich die Politik befleißigt (nach uns die Sintflut), nicht befriedigt, muß nach einer Lösung jenseits der Staaten und der Politik suchen.
Gängelung und Betreuung führen, für jedermann offensichtlich, ins Verderben. Das Heil kann daher nur in ihrem Gegenteil, der Selbständigkeit liegen. Nicht als Kompromiß, nicht das so beliebte: Von jedem das Beste. Für das Halbe statt des Ganzen ist nicht mehr die Zeit. Jetzt kann nur noch Konsequenz helfen.
Selbständigkeit, Freiheit verlangt die uneingeschränkte Verfügungsgewalt über den eigenen Körper, den eigenen Willen und das Eigentum.
Was den eigenen Willen betrifft, so gibt es hochgeistige Untersuchungen, die in Zweifel ziehen, ob es ihn gibt oder ob es ihn geben darf. Hier ist der Begriff in der landläufigen Auffassung zu verstehen, so wie ihn der common sense wahrnimmt.
Eigentum sind materielle und immaterielle Güter, die einer Person gehören. Sie gehören ihr, weil sie sie selbst hergestellt oder nach geltendem Recht erworben hat. Da es, wo Freiheit herrscht, kein einheitliches Recht gibt und geben darf, gilt im Zweifel das Naturrecht. Die Erwerbung sodann kann durch Kauf oder Vererbung oder Schenkung geschehen sein.
Der Mensch, der frei sein will (im Sinne dieser Darlegung) und frei sein kann, weil die bestehende Herrschaft aufgehört hat zu bestehen (wie dies in einigen Staaten bereits der Fall ist – Somalia – und in anderen zumindest kurzzeitig der Fall war – Tunesien, Ägypten, Libyen – und in vielen weiteren bald der Fall sein wird), hat zwei Möglichkeiten: Er kann sein Heil in der Einsiedelei suchen oder gemeinsam mit Gleichgesinnten den Anforderungen des Lebens trotzen.
(Die Menschen in Nordafrika haben sich so tapfer von ihrer Herrschaft befreit. Doch weil sie von der rettenden Alternative nichts wissen, ihre Hoffnung erneut auf die Betreuung setzen, überantworten sie sich dem Chaos. Werden die Griechen, Spanier, Japaner, wenn ihre Staaten sich in die Insolvenz verabschieden, es besser wissen?)
Das Einsiedlerdasein immerhin ist nicht jedermanns Sache. Außerdem dürften nur wenige dafür einen geeigneten Platz finden.
Die Mehrheit der zur Selbständigkeit Entschlossenen wird gewollt oder von der Natur erzwungen die Gemeinsamkeit mit anderen suchen. Soll indessen die Freiheit bestehen bleiben, muß jedes Mitglied der zu gründenden Gemeinschaft, sich die Möglichkeit der unmittelbaren Mitwirkung an den zu treffenden Entscheidungen bewahren. Das setzt dem Umfang der selbstbestimmten Gruppe eine natürliche Grenze. Sobald sie ein abgeschlossenes Gebiet bewohnt, spricht man im Allgemeinen von einer Gemeinde (commune).
Die Gemeindeautonomie ist von Menschen, die sich in Freiheit eine eigene Ordnung geben konnten, stets ergriffen worden. Selbständige Gemeinden haben sich aus eigenem Antrieb stets mit anderen freien Gemeinden zusammengeschlossen, um zu regeln, was sie für sich allein nicht regeln konnten. Die daraus entstandene Ordnung kann daher als die natürliche gelten.
Die Freiheit kann nur erhalten bleiben, wenn der Versuchung widerstanden wird, allgemeingültige Regeln zu erlassen. Dies gilt sowohl für die Struktur (Gemeinde ist, wer Gemeinde sein will. Es darf keinerlei Beschränkung hinsichtlich ihres Umfangs geben), als auch für die innere Gestaltung (Gemeindesatzung) sowie für die innerhalb der Gemeinde zur Geltung gebrachten Moralgesetze.
Die Staaten, entmündigend, entwürdigend, entwurzelnd, zwingen ihre Bürger dazu, sich selbst der Nächste zu sein. Das verändert ihr Verhalten. Gier und Unbedenklichkeit werden zu verbreiteten Erscheinungen, der Betrug zur Allgegenwärtigkeit.
Das Verhalten des Menschen ist seinem Umfeld geschuldet. Je weniger dieses Umfeld seine unverzichtbaren Grundbedürfnisse befriedigt, um so mehr neigt er zu gemeinschaftsschädigendem und gewaltbereitem Verhalten.
Ob er dies wahrhaben will oder nicht, der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen. Isolation macht ihn krank. Die eigenständige Gemeinde vermittelt Geborgenheit.
In der Regel erhält er von seinen Mitbürgern auch einen Vorschuß an Vertrauen und die Anerkennung seiner Leistung. Die mit der Selbständigkeit verbundene Eigenverantwortung verschafft ihm Selbstachtung.
1977 erschien im Deutschen Fernsehen ein Film über das Dorf Boron in Obervolta. Seine Ankündigung („Sorgen für morgen: Armut ohne Ausweg"), sein Titel („Boron - ein Beispiel für die Verelendung in der Vierten Welt") und sein Inhalt ließen nur eine Folgerung zu: Hier tut Hilfe not.
Der Film hingegen zeigte Menschen einer in sich geschlossenen Dorfgemeinschaft, Menschen, die trotz Armut und Hunger, trotz Krankheit und Not ihren Stolz und auch ihre Fähigkeit, fröhlich zu sein, nicht verloren hatten.
Hesse läßt seinen Steppenwolf dazu sagen:
„Jede Zeit, jede Kultur, jede Sitte und Tradition hat ihren Stil, hat ihre ihr zukommenden Zartheiten und Härten, ihre Schönheiten und Grausamkeiten, hält gewisse Leiden für selbstverständlich, nimmt gewisse Übel geduldig hin. Zum wirklichen Leiden, zur Hölle, wird das menschliche Leben nur da, wo zwei Zeiten, zwei Kulturen und Religionen einander überschneiden. [. . .] Es gibt nun Zeiten, wo eine ganze Generation so zwischen zwei Zeiten, zwischen zwei Lebensstile hineingerät, daß ihr jede Selbstverständlichkeit, jede Sitte, jede Geborgenheit und jede Unschuld verlorengeht.“
Boron ist sicher inzwischen unserer Hilfe teilhaftig geworden. Seine Bewohner leben vermutlich heute im Slum einer der afrikanischen Megastädte.
Die Geschichte belegt, daß freie Menschen – im Gegensatz zu unfreien - bereit und fähig sind, Vernunft und Toleranz walten zu lassen, Frieden zu halten und Mäßigung zu üben.
Die aus selbständigen Gemeinden, von unten nach oben aufgebaute Ordnung hat den freien Markt als natürliche, unvermeidliche Folge. Denn es ist nichts und niemand da, der ihn einschränken oder stützen könnte. Er unterliegt folglich seinen eigenen Gesetzen.
Ein freier Markt ist nicht darauf angelegt, Leistung im eingangs beschriebenen Sinn zu erbringen. Sein Merkmal ist das Eigeninteresse seiner Teilnehmer. Doch schon Adam Smith wußte, daß es keinen stärkeren Trieb zur Leistung als eben die Selbstsucht gibt. Wohlstand für alle, zumindest für die Mehrheit, kann es nur geben, wo die Selbstsucht, allerdings durch eine wirksame Moral und vollständige Eigenverantwortung eingeschränkt, sich frei entfalten kann.
Moral kann nur zur Geltung kommen, wo jeder Marktteilnehmer Mitglied einer selbständigen Gemeinde ist, die von sich aus Fehlverhalten brandmarkt. Der freie Markt sodann bestraft die Verletzung seiner ungeschriebenen Gesetze gnadenlos. Freiheit erzieht zur Ehrbarkeit.
In einem freien Markt im übrigen ist keine Nachfrage, kein Bedarf denkbar, für den sich nicht mehrere konkurrierende Anbieter finden. Das gilt nicht nur für Autobahnen und Flughäfen, sondern auch fürs liebe Geld.
Die FAO legt dar, daß mehr Menschen durchaus genügend Trinkwasser und Nahrung auf der Erde finden könnten, allerdings nur, wenn allerorten zur kleinbäuerlichen, naturverträglichen Landwirtschaft zurückgekehrt würde. Die Gemeindeautonomie ist auch von daher lebensnotwendig.
Sieht man von Vulkanausbrüchen und Erdbeben ab, ist das Geschehen auf der Erde überwiegend von uns Menschen bestimmt.

Noch läßt sich möglicherweise die verderbenbringende Entwicklung bremsen und eine Friedensordnung herstellen. Doch es hat nicht den Anschein, daß die Menschheit die ihr noch gegebene Chance ergreift. Immer mehr Menschen sehen zwar die Gefahr, die aus dem Fortgang des Bestehenden erwächst, doch das Mißtrauen zum Mitmenschen ist zu groß und das Zutrauen zur eigenen Kraft zu gering.
Was ist mit der Elite? Es kann doch nicht sein, daß die Sehenden und Wissenden einer hochvermögenden Spezies, die in höchster Gefahr schwebt, sich darauf beschränken, die Symptome zu geißeln und ihre Kümmernis zu verbreiten.
Doch wer will dem Plebs schon das Sagen geben?

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